Bioküche macht Spaß!
Klar kann man auch schmackhaft kochen mit konventionellen Zutaten. Aber warum sollte ich das mir oder Ihnen antun? Immer wieder wird Sparsamkeit oder mangelndes Geld als Argument für billige Nahrung gebracht. Wenn Sie selbst aus hochwertigen Zutaten Ihre Nahrung zubereiten, leben Sie sparsamer und gesünder. Sie verlieren wahrscheinlich Ihr Übergewicht und bekommen mehr Spaß am Leben.
Für den WDR hatte ich am Sonntag morgen Sparbrötchen gebacken. Hier das Rezept: 1,1 kg Bio Weizen fein gemahlen, 250 g Bio Mager Quark, 1 Würfel frische Bio Hefe, 2 Esslöffel Salz ohne Zwangsjodierung, ca. 3/4 l Wasser. Den Hefe Teig zugedeckt etwas gehen lassen. Den Ofen auf 220 Grad vorheizen und eine Tasse Wasser in den Ofen gießen (Dampf). Dann Brötchen, Baguette oder Brote formen und ca. 35 Minuten backen lassen. Das ergibt 20 köstliche Brötchen, die lange satt halten und auch noch 2 Tage später gut schmecken.
Sauerteigbrot aus Rogen und Weizen: Sie brauchen für den Vorteig: 500 g Roggenschrot, 1 Eßlöffel Natursauerteig, 1/2 Liter Wasser. Der Vorteig geht 12 Stunden! Am besten bereiten Sie ihn abends zu. Am nächsten Morgen nimmt man 1 Eßlöffel ab und bewahrt ihn für den nächsten Teig im Glas auf. Den Rest ergänzen Sie mit 1000 g gemahlenen Weizenmehl, Feinheitsgrad nach Wunsch. Dazu kommen 6 Eßlöffel Salz und eine Hand voll Körner nach Wahl, z.B. Sonnenblumenkerne, Amaranth, Leinsamen, dazu 1 Teel. Backferment und 3/4 Liter Wasser. Dieser Teig wird in einer Küchenmaschine geknetet und zwar 6 Minuten. Anschließend können Sie den Teig mit nassen Händen in eine große Kastenform oder in zwei normal große Kuchenkastenformen füllen. Dort geht er nochmal 2-5 Stunden bis er 2 cm höher geworden ist. Im vorgeheizten Backofen wird das Brot bei 150 Grad C 2 Stunden langsam gebacken. Es hält sich bis zu einer Woche und schmeckt auch getoastet sehr gut.
Die Vielfalt an Käse aus der ökologischen Landwirtschaft erstaunt immer noch. Während Sie mit jedem Stück Käse aus der ökologischen Landwirtschaft ein Stück Landschaftspflege und Grundwasserschutz mit unterstützen, sieht die Lage beim Verzehr von Fleisch und Wurst nicht so gut aus. Deshalb schon plädiere ich für einen maßvollen Umgang mit Aufschnitt und Wurst.
Die Marmelade heißt in der Ökobranche nicht Marmelade, sondern Fruchtaufstrich. Das liegt an den besonders hohen Fruchtanteilen.
Im Fernsehen bekommt das Kind Milch zum Frühstück. Es möchte sie mit Wasser verdünnt. Und das ist gut. Denn Milch ist ein sehr gehaltvolles, eiweißreiches Nahrungsmittel. Wir haben in Deutschland eher einen Eiweißüberschuss als einen Mangel.
Frische Milch muss nicht sein. Wir Menschen melken zwar schon Rinder seit ca. 4000 Jahren. Weil die Mengen aber bis vor 150 Jahren zu gering waren, wurde die Milch gesammelt und zu Käse oder Dickmilch verarbeitet. Frische Milch wird erst getrunken, seit es die Milchkühlung gibt. Es ist nur natürlich, dass viele Menschen sie gar nicht gut roh vertragen.
Obstsaft zum Frühstück? In jedem Hotel werden die bunten Säfte angeboten, ohne dass man weiß um welche Qualität es sich handelt. Ein Direktsaft ist in kleinen Mengen empfehlenswert. Frisches Obst lässt Sie die für Sie richtige Menge aber besser einschätzen. Wie schnell ist eine Flasche Apfelsaft ausgetrunken, wie langsam hingegen ein Apfel gegessen?
Schokolade zum Frühstück? Es gibt so gewaltige Unterschiede bei Schokolade. Wie kann Sie heute so eine wichtige Rolle spielen, während sie vor ca. 200 Jahren nur in Königshäusern eine Rolle spielte? Das Vorbild Königin Luise von Preußen, pflegte mit ihren Kindern morgens im Bett heiße Schokolade zu trinken. Darf sie deshalb in der menschlichen Ernährung nicht fehlen?
Was die Ernährung des Menschen angeht, ist sie also abhängig von Land und Zeit, von Tradition und Vorbildern. Und natürlich leider auch von der Werbung. ” Essen Sie nie etwas, wofür Werbung gemacht wird!” war das Motto von Dr. Bruker. Vielleicht haben Sie Lust auf einen Themenabend über Ernährung? Gemütlich in der Küche mit lauter schmackhaften Beispielen?